Therapien im Einzelnen
Je nach Art und Ausmaß der Störung werden Einzel- und/oder Gruppentherapien durchgeführt.
Aphasie
Aphasien sind zentrale Sprachstörungen auf Grund eines erworbenen Hirnschadens nach abgeschlossenem Spracherwerb. In der Regel sind immer alle sprachlichen Modalitäten betroffen:
Schreiben Lesen Sprechen Verstehen
Alle beeinträchtigten Modalitäten werden in der Einzeltherapie unter Einsatz verbaler und nonverbaler Mittel auf sprachsystematischer Ebene angebahnt, gefördert und stabilisiert – d.h. es findet eine Einflussnahme auf einzelne Defizite statt.
In der ebenfalls stattfindenden Gruppentherapie steht eine ganzheitliche Förderung aller kommunikativen Fähigkeiten im Vordergrund.
Aphasie ist nicht nur eine zentrale Sprachstörung, sondern eine Kommunikationsstörung, die den Betroffenen und sein gesamtes Umfeld beeinträchtigt.
Das regelmäßig angebotene Stadttraining ist für viele Aphasiker der erste Schritt nach "draußen". Zusammen mit Gleichbetroffenen lernen sie hier Alltagshandlungen trotz sprachlicher Beeinträchtigungen zu bewältigen und ihr Selbstvertrauen zu stärken.
Beim einmal wöchentlich stattfindenden Aphasiker-Café besteht darüber hinaus die Möglichkeit, in entspannter und vertrauter Atmosphäre andere Aphasiker zu treffen, miteinander zu plaudern, zuzuhören ... so wie jeder es kann.
Behandlungsangebote bei Aphasie
- individuelle Einzeltherapie
- Gruppentherapie
- Stadttraining
- computerunterstützte Therapie
- Beratungsgespräche für Angehörige
Sprechapraxie
Sprechapraxien sind Störungen der sprechmotorischen Planung, d.h. es liegt eine Störung der Auswahl und zeitlichen Sequenzierung der zum Sprechen erforderlichen Einzelbewegungen zugrunde.
Bei schweren Störungen kann die Sprechfähigkeit ganz aufgehoben sein.
Die Sprechapraxie tritt meist in Verbindung mit Aphasien (Globale und Broca) und/oder der buccofacialen Apraxie auf .
Isolierte Sprechapraxien ohne sprachsystematische Störungen sind sehr selten. Klinisch zeigt sich ein - mehr oder weniger stark ausgeprägtes - artikulatorisches Suchverhalten.
Es treten phonematische Fehler in Form von Lautersetzungen und -entstellungen auf.
Die Bewegungsübergänge sind segmental und intersegmental gestört, so dass prosodische Auffälligkeiten wie Dehnungen von Lauten und der Zeit zwischen Lauten, Silben und Wörtern entstehen.
Nachsprechen und Nachahmung buccofacialer Bewegungen können eingeschränkt bis aufgehoben sein.
Behandlungsangebote bei Sprechapraxie
- individuelle Einzeltherapie
- Gruppentherapie
- Stadttraining
- computerunterstützte Therapie
- Beratungsgespräche für Angehörige
Dysarthrie
Dysarthrien sind Störungen der Aussprache, der Stimmgebung und der Atmung. Durch die Schädigung wird der Sprechbewegungsablauf beeinträchtigt.
Individuell unterschiedliche Leistungseinbußen wirken sich auf die Kommunikation aus und schränken die Verständlichkeit mehr oder minder stark ein.
Durch die Schädigungen wird der Sprechbewegungsablauf beeinträchtigt.
Inhalte der Dysarthrietherapie sind:
Atemübungen, Stimmübungen, Übungen zur Verbesserung der Artikulation und mundmotorische Übungen (MUMO-Broschüre).
Behandlungsangebote bei Dysarthrie
- individuelle Einzeltherapie
- Gruppentherapie
- computerunterstützte Therapie
- Kommunikationsgeräteanpassung
Dysphonie
Dysphonien sind Stimmstörungen. Stimmklang und stimmliche Leistungsfähigkeit können durch verschiedene neurologische Krankheitsbilder beeinträchtigt sein.
In unserer Abteilung werden vorwiegend Dysphonien behandelt, die organisch und/oder funktionell bedingt sind.
Das Ziel einer Stimmtherapie ist die Herstellung einer ökonomischen (nicht einer schönen!) Stimmgebung in Abhängigkeit der jeweils individuell gegebenen Bedingungen.
Die grobe Rahmenstruktur einer Stimmtherapie ist bei individuell variierenden Übungen wie folgt:
- Haltungsschulung / Lockerungsübungen
- Atemübungen
- Stimmgebung / Stimmübungen
- Artikulationsübungen
Behandlungsangebote bei Dysphonie
- individuelle Einzeltherapie
- computerunterstützte Therapie
Dysphagien
Dysphagien sind Schluckstörungen, die durch eine Hirnverletzung hervorgerufen werden.
Um sicher schlucken zu können, benötigt man viele Muskeln und eine intakte Sensibilität im Mund- und Rachenraum. Die Muskelaktivitäten müssen in einer geringen Zeitspanne koordiniert werden (zwischen dem Berühren des weichen Gaumens und dem Öffnen des Ringmuskels vor der Speiseröhre vergehen – je nach Individuum – zwischen ein und zwei Sekunden).
Was aber kann passieren, wenn das Schlucken nicht mehr richtig klappt?
Bei erkrankten Menschen ist der nach dem Verschlucken auftretende Hustenstoß oft nicht mehr kräftig genug. Oder aber, der Hustenreflex tritt auf Grund der Gehirnverletzung gar nicht mehr auf. Der Speisebrei gelangt also nicht in die Speiseröhre, sondern in die Luftröhre; welches lebensbedrohlich sein kann. Gelangt Nahrung und/oder Speichel in die Lunge, kommt es zu einer sogenannten Aspirationspneumonie (einer Lungenentzündung durch "aspiriertes" Material), die zwar behandelt werden kann, unweigerlich jedoch zu einem allgemeinen Rückschlag führt.
Die Westerwaldklinik hat in Bezug auf Schluckstörungen frühzeitig erkannt, wie wichtig eine möglichst frühe und intensive Schlucktherapie ist. Deshalb wurden Mitarbeiter aller Fachrichtungen (Pflege, Sprachtherapie, Ergotherapie, Krankengymnastik) in der Behandlung von Schluckstörungen geschult, wodurch interdisziplinäres Arbeiten möglich wurde (Kostaufbauplan)
Behandlungsangebote bei Dysphagie
- individuelle Einzeltherapie
- Beratung für Angehörige
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